Fahrverhaltensbeobachtung – Fahreignung bei gesundheitlichen Einschränkungen nachweisen
Die Fahrverhaltensbeobachtung wird von der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde angeordnet, wenn Zweifel an der Fahreignung aufgrund körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen bestehen. Sie bietet die Möglichkeit, im Rahmen einer begleiteten Beobachtungsfahrt nachzuweisen, dass trotz festgestellter Defizite ein sicheres und verantwortungsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr möglich ist.
Ziel & Ablauf der Fahrverhaltensbeobachtung
Die Beobachtungsfahrt dient dazu zu zeigen, dass du aufgrund deiner langjährigen Fahrpraxis und Erfahrung in der Lage bist, gesundheitliche Einschränkungen im Straßenverkehr auszugleichen. Die Fahrt findet in einem Fahrschulfahrzeug statt und wird von einem erfahrenen Fahrlehrer sowie einem Verkehrspsychologen begleitet.
Dauer: ca. 60 Minuten
Empfehlung: Eine vorherige Übungsfahrt zur Vertrautmachung mit dem Fahrzeug ist sinnvoll.
Die Strecke ist praxisnah gestaltet und umfasst:
– innerstädtische Haupt- und Nebenstraßen
– Tempo-30-Zonen in Wohngebieten
– eine Autobahn oder autobahnähnliche Straße
Typische Beobachtungsschwerpunkte während der Fahrt
Im Verlauf der Beobachtungsfahrt werden typische Verkehrssituationen gezielt eingebaut, z. B.:
Abbiegen in bevorrechtigte Straßen
Linksabbiegen bei Gegenverkehr
Fahrstreifenwechsel
Markierte mehrspurige Fahrbahnen
Kreuzungen mit Stoppschild
Verhalten an Fußgängerüberwegen und Haltestellen
Rücksichtnahme auf Radfahrer beim Abbiegen
Navigation nach Verkehrszeichen und Wegweisern
Umgang mit unerwartetem Stress oder Mehrfachbelastung
Anpassung der Geschwindigkeit an Beschilderungen
Ziel der Beobachtung
Nicht das perfekte Fahren steht im Vordergrund – sondern der sichere, situationsgerechte Umgang mit dem Straßenverkehr trotz möglicher Einschränkungen. Das Ergebnis der Fahrverhaltensbeobachtung fließt in die Beurteilung deiner Fahreignung durch die Fahrerlaubnisbehörde ein.